Zahnextraktionen beim Pferd

Durch regelmäßige Zahnkontrollen beim Pferd sind die Fälle, in denen es zur Extraktion des kranken Zahnes kommt deutlich gesunken.

Muss ein Zahn dennoch gezogen werden, gelingt dies in den meisten Fällen am stehend sedierten Pferd. Versucht wird immer eine sogenannte orale Extraktion. Das bedeutet, dass nach vorangegangener Lockerung der Zahn über die geöffnete Maulhöhle mit einer Zange gezogen wird.

Das gelingt leider aufgrund z.B. einer fehlenden sichtbaren Krone, einer kariös angegriffenen Krone, bei Zahnfrakturen oder zu dicken Wurzeln nicht immer. In solchen Fällen wird entweder der Zahn über die Maulhöhle in Stücke zerlegt oder es muss von außen über die Backe oder den Kiefer nachgeholfen werden.

Im Gegensatz zu den früheren Ausstempelungen von Zähnen sind die heutigen Methoden mit einer wesentlich kürzeren Heilungszeit und weniger Pflegeaufwand für den Besitzer verbunden. In der Regel wird das Loch im Zahnfach vom Tierarzt verschlossen und muss nicht täglich gespült werden.
Komplikationen können auftreten, wenn z.B. das Dach zur Kieferhöhle oder Nachbarzähne beschädigt werden.

Wichtig im Anschluss einer Extraktion ist die Durchführung einer regelmäßigen Zahnbehandlung im Abstand von ca. 9-12 Monaten. Dabei wird der Gegenspieler des gezogenen Zahnes gekürzt, da die natürliche Abnutzung nicht mehr erfolgen kann.

Krankenversicherungen decken Zahnextraktionen in Standnarkose häufig ab.

Dr. Swantje Werner

Fachtierärztin für Pferde, Fachtierarztpraxis Eversfield, Pferdegesundheit Rhein Main, Hattersheim

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