Interessante Fälle aus Pferdeklinik und Fahrpraxis:

 

Nicht jedes abnorm gewinkelte Bein ist ein Beinbruch!

Der Schreck war groß und im ersten Moment dachten alle Umstehenden, das Bein sei gebrochen und das Pony müsse eingeschläfert werden.
Doch nach der tierärztlichen Untersuchung stellte sich heraus, dass das Fesselgelenk ausgekugelt war. Die untere Zehe eines Hinterbeines stand im 45°-Winkel nach innen ab. In der Regel verhindert die straffe Gelenkkapsel, unterstützt durch straffe Bänder, von der Natur nicht vorgesehene Bewegungen im Gelenk. Ursächlich ist ein Trauma, in dessen Folge Bänder zerreißen und die Kapsel gedehnt wird.
Unter Sedation kann das Fesselbein wieder in die korrekte Stellung gebracht werden und mittels Schienenverband fixiert werden. Im Heilungsverlauf ist kontrollierte Bewegung unter Schienung wichtig. Es wurde auch über die Anfertigung einer Orthese nachgedacht, deren hoher Preis (1.500 – 1.800 Euro) allerdings abgeschreckt hat.
Das Pony konnte am nächsten Tag das Bein wieder voll belasten. Die Heilung verläuft gut und die Aussichten stehen gut, dass das Pony nach 3 Monaten wieder unter den Reiter – natürlich vorerst im Schritt – darf.

Dr. Swantje Werner

Fachtierärztin für Pferde, Pferdegesundheit Rhein Main, Fachtierarztpraxis Eversfield, Hattersheim

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